AG vs. GmbH – Die Vor- und Nachteile der beiden Rechtsformen

20 Februar 2020

Sie wollen eine neue Gesellschaft gründen, wissen aber nicht, welches die passende Rechtsform für Sie ist (Kapitalgesellschaften)? Lernen sie die wesentlichen Unterschiede zwischen der Aktiengesellschaft (AG) und der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) kennen und finden Sie so die passende Rechtsform.

Vorteile einer GmbH:

  • Geringes Stammkapital; CHF 20'000, 100% einbezahlt
  • Genehmigung von Entscheiden der Geschäftsführung durch den Gesellschafter können in den Statuten vorgesehen werden
  • Statuten können Nebenleistungen oder Nachschlusspflichten vorgesehen
  • Unbeschränkte Vinkulierungsmöglichkeit, Übertragung kann sogar untersagt werden

Nachteile einer GmbH:

  • Name, Wohn- und Heimatort sowie Anzahl und Betrag der Stammanteile der Gesellschafter sind öffentlich bekannt
  • Treuepflicht und Konkurrenzverbot für Gesellschafter

Vorteile einer AG:

  • Name, Wohn- und Heimatort sowie Anzahl und Betrag der Aktien von den Aktionären müssen grundsätzlich nicht öffentlich bekannt gegeben werden
  • Aktionäre unterstehen keinen weiteren Pflichten
  • Mehr Sicherheit durch grösseres Eigenkapital (z.B. vor schneller Überschuldung)
  • Bessere Kreditwürdigkeit
  • Einfache Veräusserung

Nachteile einer AG:

  • Höheres Aktienkapital; CHF 100'000, davon 20% resp. mind. 50'000 einbezahlt
  • Restriktivere Vinkulierungsmöglichkeit
  • Keine Genehmigung der Entscheide des Verwaltungsrats durch die Generalversammlung möglich

Oft wird die GmbH als Rechtsform gewählt, da ein geringeres Gründungskapital notwendig ist. Gerne vergisst man jedoch, dass einige Monate vergehen, bis die ersten Kundenzahlungen eingehen. Zudem muss neben ersten Investitionen und bereits laufenden Kosten auch an den persönlichen Lohn gedacht werden. Unter Umständen ist der Liquiditätsbedarf in den ersten Monaten also bereits grösser als das einbezahlte Stammkapital.

Die Wahl der Rechtsform sollte daher nicht nur vom geringeren Gründungskapital abhängig sein. Beurteilen Sie alle Vor- und Nachteile und gewichten Sie diese nach ihrer Relevanz.

In jedem Fall empfiehlt es sich einen Businessplan und eine Liquiditätsplanung für die ersten 12 Monate zu erstellen. Lesen Sie dazu auch unseren früheren Beitrag zur Liquiditätsplanung.

Wir beraten Sie zu diesem Thema und stehen Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung.

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